Executive Communication
Strategien, Methoden und Denkanstösse für Führungskräfte, die ihre Kommunikation, Positionierung und Reputation gezielt weiterentwickeln möchten.

Wie misst man den Erfolg von Employee Advocacy sinnvoll?

Employee Advocacy sollte nicht nur anhand addierter Impressionen beurteilt werden. Aussagekräftiger sind Beteiligung, Lernfortschritt, Relevanz der erreichten Personen, geschäftliche Signale und die langfristige Tragfähigkeit des Programms.

Das Wichtigste in Kürze

Warum Reichweite allein nicht reicht

Viele Programme messen addierte Impressionen aller Beiträge. Diese Zahl wächst mit jedem neuen Teilnehmenden automatisch. Sie sagt jedoch wenig darüber aus, ob das Programm wirklich etwas bewirkt, ob die richtigen Personen erreicht werden oder ob Beteiligte langfristig mitmachen.

Fünf Messebenen

Beteiligung: Wie viele Personen bleiben freiwillig und regelmässig dabei? Befähigung: Werden Themenwahl, Entwürfe und Risikoeinschätzung mit der Zeit eigenständiger? Relevanz: Erreicht das Programm Fachkräfte, Kundschaft, Partner oder andere definierte Gruppen? Geschäftliche Signale: Entstehen Bewerbungen, Empfehlungen, Einladungen oder qualifizierte Gespräche? Kultur und Sicherheit: Fühlen sich Beteiligte unterstützt und kennen sie Anlaufstellen bei Unsicherheit?

Erst Ziele, dann Kennzahlen

Welches konkrete Ziel verfolgt das Programm? Soll die Arbeitgeberwahrnehmung verbessert werden? Sollen Fachthemen besetzt werden? Sollen qualifizierte Bewerbungen steigen? Aus diesem Ziel folgen die sinnvollen Kennzahlen. Wer zuerst Kennzahlen definiert und danach nach Zielen sucht, misst das Falsche.

Warum Ranglisten problematisch sind

Wer intern veröffentlicht, wie viele Beiträge jede Person verfasst hat, schafft Druck. Das kann kurzfristig Aktivität erzeugen. Es gefährdet aber Freiwilligkeit und Glaubwürdigkeit, wenn Personen posten, weil sie auf einer Liste erscheinen wollen und nicht weil sie etwas zu sagen haben. Persönlicher Fortschritt ist aussagekräftiger.

Messrhythmus

Kurzfristige Auswertungen erfassen Aktivität. Mittelfristige Auswertungen erfassen Beteiligung und Lernfortschritt. Langfristige Auswertungen zeigen geschäftliche Wirkung. Ein sinnvolles Reporting kombiniert alle drei Ebenen und unterscheidet zwischen frühen Signalen und belastbaren Mustern.

Häufige Fragen

Welche KPI ist die wichtigste?

Es gibt keine universelle Hauptkennzahl. Sie hängt vom konkreten Ziel des Programms ab.

Sind Impressionen nutzlos?

Nein. Sie zeigen die Verteilung, sollten aber mit qualitativen und geschäftlichen Signalen ergänzt werden.

Wie misst man Befähigung?

Durch Selbsteinschätzung, Feedback und die Beobachtung, wie eigenständig Themen, Texte und Risiken bearbeitet werden.

Sollten Mitarbeitende verglichen werden?

Öffentliche Ranglisten sind meist nicht sinnvoll. Persönlicher Fortschritt ist aussagekräftiger.

Wann zeigt ein Programm Wirkung?

Einzelne Signale können früh entstehen. Belastbare Muster benötigen häufig mehrere Monate.

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Freddy Hüsser, Berater für Führungskommunikation in Zürich

Freddy Hüsser

Berater für Führungskommunikation · Zürich, Schweiz

Freddy Hüsser begleitet Führungspersönlichkeiten dabei, ihre Kommunikation bewusst zu gestalten – ruhig, glaubwürdig und ohne Lärm. Er ist Dozent an BFH, HSO und BZT, Autor des LinkedIn-Ratgebers für NZZ Jobs und arbeitet seit 2016 mit über 400 Kundinnen und Kunden zusammen. ohnelaerm.ch