Executive Communication
Strategien, Methoden und Denkanstösse für Führungskräfte, die ihre Kommunikation, Positionierung und Reputation gezielt weiterentwickeln möchten.

Was ist Executive Communication?

Executive Communication ist die strategische Kommunikation von Geschäftsleitung, CEO und weiteren exponierten Führungskräften. Ziel ist nicht möglichst viel Sichtbarkeit, sondern eine klare und glaubwürdige Wahrnehmung bei relevanten Anspruchsgruppen – intern wie extern.

Das Wichtigste in Kürze

Was bedeutet Executive Communication?

Executive Communication bezeichnet die strategische Planung, Vorbereitung und Umsetzung der Kommunikation von Führungspersönlichkeiten: CEOs, Mitgliedern von Geschäftsleitungen, Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräten sowie weiteren exponierten Verantwortlichen.

Im Zentrum steht eine Kernfrage: Wie soll eine Führungskraft bei Mitarbeitenden, Kundschaft, Medien, Investoren, Bewerbenden, Politik und Branche wahrgenommen werden – und welche Kommunikation macht diese Wahrnehmung nachvollziehbar?

Executive Communication verbindet deshalb Positionierung und kommunikative Rolle, persönliche Themen und Perspektiven, interne und externe Kommunikation, Medienauftritte, digitale Präsenz auf Website und LinkedIn sowie Vorbereitung auf Krisen und heikle Situationen.

Wie unterscheidet sich Executive Communication von Führungskommunikation?

Führungskommunikation ist der breitere Begriff für Kommunikation als Teil der Führungsarbeit. Executive Communication konzentriert sich stärker auf exponierte Führungspersonen, ihre strategische Positionierung und die Koordination verschiedener Anspruchsgruppen und Kanäle.

In der Praxis überschneiden sich beide Begriffe. Eine interne Strategiepräsentation des CEOs ist Führungskommunikation und Executive Communication. Ein Teamgespräch einer Linienvorgesetzten ist Führungskommunikation, wird aber üblicherweise nicht als Executive Communication bezeichnet.

Wie unterscheidet sich Executive Communication von Corporate Communication?

Corporate Communication kommuniziert im Namen des Unternehmens. Executive Communication entwickelt die persönliche und funktionale Stimme einer Führungskraft innerhalb dieses Rahmens. Beide müssen auf derselben strategischen Grundlage stehen.

Trotzdem darf ein CEO-Profil nicht wie eine zweite Unternehmensseite klingen. Menschen erwarten von einer Führungskraft eine Einordnung: Was ist wichtig? Warum wurde entschieden? Welche Unsicherheiten bestehen? Wofür übernimmt die Person Verantwortung?

«Executive Communication macht nicht nur eine Funktion sichtbar. Sie macht verständlich, wie die verantwortliche Person denkt, priorisiert und entscheidet.»

— Freddy Hüsser

Welche Ziele verfolgt Executive Communication?

Executive Communication kann mehrere Ziele verfolgen: Mitarbeitenden Orientierung geben, strategische Entscheidungen verständlich machen, Vertrauen in Veränderungsphasen stützen, fachliche Themen und Branchenperspektiven besetzen sowie die digitale Reputation einer Führungskraft bewusst entwickeln.

Diese Ziele dürfen nicht einfach in eine Content-Liste übersetzt werden. Zuerst muss klar sein, welche Anspruchsgruppen und Situationen für die jeweilige Rolle tatsächlich relevant sind.

66% der CEOs der 100 grössten Schweizer Unternehmen kommunizierten 2025 auf LinkedIn mehr oder weniger regelmässig – ein Drittel verzichtete auf selbst gesteuerte digitale Sichtbarkeit (IRF, 2025). Häufigkeit ist nicht Qualität: Entscheidend ist, ob die Wahrnehmung stimmt, nicht wie oft gepostet wird.

Aus welchen Bausteinen besteht eine Executive-Communication-Strategie?

Eine tragfähige Strategie enthält mindestens sieben Bausteine: Rolle (in welcher Funktion spricht die Person), Anspruchsgruppen (wer muss was verstehen), Positionierung (wofür soll die Führungskraft stehen), Themen (welche Perspektiven ergeben sich aus Verantwortung und Erfahrung), Grenzen (worüber kann oder will die Person nicht sprechen), Formate und Kanäle sowie Prozess (wie entstehen Inhalte, wer gibt frei).

Erst danach folgen Redaktionsplan, Medienformate oder LinkedIn-Beiträge. Eine Strategie, die mit dem Kanal beginnt, endet meistens im Lärm.

Welche Rolle spielt digitale Reputation?

Digitale Reputation entsteht aus vielen öffentlich zugänglichen Quellen: Unternehmenswebsite, Medienberichte, LinkedIn, Veranstaltungsprofile, Publikationen, Register, Bilder und Aussagen Dritter. Suchmaschinen und KI-Systeme verdichten diese Quellen zu einem ersten Eindruck.

Executive Communication muss deshalb prüfen, ob aktuelle und eindeutige Primärquellen vorhanden sind. Eine korrekte Biografie, nachvollziehbare Autorenschaft, konsistente Rollenangaben und belastbare Fachbeiträge helfen Menschen und Systemen, eine Person richtig einzuordnen.

«Executive Communication beginnt nicht mit einem Redaktionsplan. Sie beginnt mit Rolle, Verantwortung, Anspruchsgruppen und den Themen, zu denen eine Führungskraft etwas Eigenes beitragen kann.»

— Freddy Hüsser

Wann ist Executive Communication besonders wichtig?

Besonders relevant ist sie bei Führungswechseln, Transformationen, Krisen, Stellenabbau, strategischen Neuausrichtungen, Medienauftritten, Kapitalmarktkommunikation und Themen, bei denen persönliche Verantwortung erwartet wird.

Auch ausserhalb von Krisen braucht es Kontinuität. Wer erst in einer schwierigen Situation erstmals persönlich spricht, muss gleichzeitig Inhalt, Beziehung und Glaubwürdigkeit aufbauen – das ist eine unnötig schlechte Ausgangslage.

Häufige Fragen

Ist Executive Communication dasselbe wie CEO-Kommunikation?

CEO-Kommunikation ist ein Teil von Executive Communication. Executive Communication kann neben dem CEO auch Geschäftsleitungsmitglieder, Verwaltungsräte und weitere exponierte Führungskräfte umfassen. Bei einem CEO stehen Unternehmensstrategie, interne Orientierung, Medien, Investoren und öffentliche Repräsentation meist besonders stark im Zentrum.

Gehört LinkedIn zu Executive Communication?

Ja, LinkedIn kann ein relevanter Kommunikationsraum sein. Executive Communication ist jedoch deutlich breiter. Sie umfasst auch interne Kommunikation, Medien, Veranstaltungen, Website, Videos, direkte Gespräche und Krisenkommunikation. Ob LinkedIn wichtig ist, hängt von Rolle, Zielgruppen, Markt und vorhandenen Ressourcen ab.

Ist Ghostwriting Teil von Executive Communication?

Redaktionelle Unterstützung kann dazugehören. Problematisch wird Ghostwriting, wenn Aussagen nicht mehr zur Person passen oder von ihr nicht vertreten werden können. Co-Creation schafft häufig eine bessere Verbindung zwischen persönlicher Perspektive, professioneller Redaktion und effizienter Umsetzung. Die endgültige Freigabe bleibt bei der Führungskraft.

Wer ist intern für Executive Communication verantwortlich?

Die Verantwortung ist meist verteilt. Der CEO oder die Führungskraft verantwortet die Aussage. Corporate Communications berät, plant und koordiniert. Je nach Thema sind HR, Marketing, Legal, Investor Relations oder Fachbereiche beteiligt. Klare Rollen und Freigabeklassen verhindern unnötige Schleifen und widersprüchliche Botschaften.

Wie misst man Executive Communication?

Sinnvolle Messgrössen sind qualitative Rückmeldungen relevanter Anspruchsgruppen, Verständnis strategischer Botschaften, Medienanfragen, Suchpräsenz, fachlich relevante Kontakte, interne Resonanz und die Konsistenz der öffentlichen Wahrnehmung. Reichweite kann ein Signal sein, ist aber allein kein ausreichender Qualitätsmassstab.

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Freddy Hüsser, Berater für Führungskommunikation in Zürich

Freddy Hüsser

Berater für Führungskommunikation · Zürich, Schweiz

Freddy Hüsser begleitet Führungspersönlichkeiten dabei, ihre Kommunikation bewusst zu gestalten – ruhig, glaubwürdig und ohne Lärm. Er ist Dozent an BFH, HSO und BZT, Autor des LinkedIn-Ratgebers für NZZ Jobs und arbeitet seit 2016 mit über 400 Kundinnen und Kunden zusammen. ohnelaerm.ch