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Wie überwinde ich die innere Zensur beim Posten auf LinkedIn?

Die innere Zensur – der Zweifel vor dem Klick auf «Veröffentlichen» – ist der grösste Gegner der Sichtbarkeit auf LinkedIn, nicht fehlende Ideen oder Zeit. Wer sie überwindet, unterscheidet echten Qualitätsfilter von Angstreaktion, schreibt für eine konkrete Person und fängt klein an.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist die innere Zensur auf LinkedIn?

Die innere Zensur ist die Stimme, die zwischen dem ersten Gedanken und dem Klick auf «Veröffentlichen» zu zweifeln beginnt: Ist das interessant genug? Klingt das arrogant? Sie ist der grösste Gegner der Sichtbarkeit, weil sie nicht Ideen blockiert, sondern das Vertrauen in die eigene Aussage.

Woher kommt diese Zurückhaltung?

Aus drei Quellen. Erstens ein berechtigter Relevanzfilter, der aber zu engmaschig wird und auch echte Erfahrungen aussortiert. Zweitens das Umfeld: Wer in einem Unternehmen arbeitet, in dem Meinungen nicht geteilt werden, überträgt diese Zurückhaltung auf LinkedIn. Drittens der Vergleich mit Beiträgen, die scheinbar hunderte Reaktionen bekommen. Diese Zahl ist nicht die Norm.

Muss ein guter Beitrag perfekt sein?

Nein. Was Menschen bewegt, sind wahre Geschichten, eine klare Position, eine Erkenntnis aus der Praxis. Das braucht keine Perfektion, sondern Mut. Perfektion schützt nicht vor Kritik, sie verhindert nur, dass ein Beitrag überhaupt wahrgenommen wird.

«Perfektion schützt dich nicht vor Kritik. Sie verhindert nur, dass du überhaupt wahrgenommen wirst.»

— Freddy Hüsser

Wie überwinde ich die innere Zensur?

In vier Schritten. Erstens: Qualitätsfilter von Angstreaktion unterscheiden. Ein Filter fragt, ob der Gedanke zu Ende gedacht und relevant ist, die Angst fragt, was der Chef denkt oder ob niemand reagiert. Zweitens: für eine konkrete Person schreiben, nicht für alle. Drittens: klein anfangen, ein Kommentar ist auch ein Beitrag. Viertens: einmal posten und beobachten, was wirklich passiert.

Häufige Fragen

Was hält die meisten Menschen vom Posten auf LinkedIn ab?

Meist nicht fehlende Ideen, Zeit oder Technik, sondern die innere Zensur: die Überzeugung, das Eigene sei nicht gut genug. Sie ist der grösste Gegner der Sichtbarkeit.

Wie unterscheide ich Qualitätsfilter von Angst?

Ein Qualitätsfilter fragt, ob der Gedanke zu Ende gedacht und für die Zielgruppe relevant ist. Eine Angstreaktion fragt, was der Chef denkt oder ob niemand reagiert. Das sind Kontrollbedürfnisse, keine Inhaltsfragen.

Muss ein LinkedIn-Beitrag perfekt sein?

Nein. Was Menschen bewegt, sind ehrliche Geschichten und klare Positionen, nicht Perfektion. Perfektion schützt nicht vor Kritik, sie verhindert nur, wahrgenommen zu werden.

Wie fange ich an, wenn ich noch nie gepostet habe?

Klein. Ein Kommentar unter dem Beitrag einer anderen Person ist auch ein Beitrag, zwei Sätze reichen. Sichtbarkeit beginnt mit dem ersten Schritt, nicht mit dem grossen Auftritt.

Was passiert wirklich, wenn ich poste?

Meist weniger als befürchtet. Die meisten Beiträge werden gelesen, kurz bedacht und weitergescrollt. Und manchmal kommt eine unerwartete Nachricht: «Das hat mich getroffen. Danke.»

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Freddy Hüsser, Berater für Führungskommunikation in Zürich

Freddy Hüsser

Berater für Führungskommunikation · Zürich, Schweiz

Freddy Hüsser begleitet Führungspersönlichkeiten dabei, ihre Kommunikation bewusst zu gestalten – ruhig, glaubwürdig und ohne Lärm. Er ist Dozent an BFH, HSO und BZT, Autor des LinkedIn-Ratgebers für NZZ Jobs und arbeitet seit 2016 mit über 400 Kundinnen und Kunden zusammen. ohnelaerm.ch