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Skills-first Hiring: Wie das LinkedIn-Profil angepasst werden sollte

Skills-first Hiring bewertet stärker, was eine Person nachweislich kann, anstatt primär auf Jobtitel oder Abschlüsse zu schauen. Kompetenzen werden glaubwürdiger, wenn sie mit konkreter Situation, eigenem Beitrag und nachvollziehbarem Ergebnis verknüpft sind – nicht als allgemeines Label.

Das Wichtigste in Kürze

Was verändert Skills-first Hiring im Recruiting?

Skills-first Hiring ist kein Bruch mit bisherigen Recruiting-Praktiken, sondern eine Verschiebung des Gewichts. Unternehmen schauen zunehmend nicht nur auf Jobtitel und Abschlüsse, sondern fragen: Welche konkreten Fähigkeiten hat diese Person? Wie wurden sie eingesetzt? Was waren die Ergebnisse?

Für Kandidatinnen und Kandidaten bedeutet das: Ein LinkedIn-Profil, das nur Titel und Zeiträume auflistet, reicht weniger. Wer seine Kompetenzen nicht sichtbar macht, wird bei skill-basierter Suche übersehen – auch wenn die tatsächliche Erfahrung vorhanden ist.

«Jobtitel bleiben nützlich, bilden tatsächliche Fähigkeiten aber nur unvollständig ab.»

— Freddy Hüsser

Was bedeutet das konkret?

Ein Erfahrungseintrag, der nur lautet "Leitung des Marketing-Teams bei Unternehmen X", belegt keine spezifische Fähigkeit. Was wurde geleitet? Welcher Ansatz wurde gewählt? Was hat sich dadurch verändert? Konkrete Situationen, der eigene Beitrag und ein nachvollziehbares Ergebnis machen Kompetenzen greifbar und überprüfbar.

Die Skills-Sektion auf LinkedIn wird dabei zunehmend relevant – nicht als Selbstauskunft, sondern als suchbarer Bereich. Wer relevante Kompetenzen dort korrekt benennt und durch Erfahrungen belegt, wird für skill-basierte Suchen besser auffindbar. Bestätigungen durch andere erhöhen die Glaubwürdigkeit.

«Kompetenzen werden glaubwürdiger, wenn sie mit Situation, Beitrag und Ergebnis verbunden sind.»

— Freddy Hüsser

Wie lässt sich das umsetzen?

Der Einstieg lohnt sich auf zwei Ebenen: Erstens die Erfahrungseinträge prüfen und die wesentlichen Beiträge und Ergebnisse ergänzen. Zweitens die Skills-Sektion gezielt füllen – mit Begriffen, die dem eigenen Tätigkeitsfeld entsprechen und tatsächlich auf Kompetenzen hinweisen, die man belegen kann.

Für Führungskräfte bedeutet das auch, Führungskompetenzen konkret zu machen: Welche Verantwortung lag in den eigenen Händen? Welche Entscheidungen wurden getroffen? Welche Wirkung ist nachvollziehbar? Skills-first Hiring darf dabei nicht zur oberflächlichen Keyword-Suche verkommen – Substanz und Belegbarkeit bleiben entscheidend.

Praxistipp: Für jeden Erfahrungseintrag: Was war die konkrete Herausforderung? Was habe ich getan? Was war das messbare oder nachvollziehbare Ergebnis?

Weiterführend: LinkedIn-Profil und Führungspräsenz, Was ist Inbound Recruiting?, Was Bewerbende recherchieren.

Häufige Fragen

Was ist Skills-first Hiring?

Ein Ansatz, bei dem Kompetenzen und nachweisbare Fähigkeiten stärker gewichtet werden als formale Abschlüsse oder Jobtitel.

Welche Profilbereiche sind wichtig?

About-Bereich, Erfahrungseinträge mit konkreten Beiträgen und Ergebnissen, Skills-Sektion und Empfehlungen.

Wie belegt man eine Fähigkeit?

Mit einer konkreten Situation, dem eigenen Beitrag und dem nachvollziehbaren Ergebnis – nicht mit einem allgemeinen Label.

Sind Jobtitel unwichtig?

Nein. Jobtitel bleiben ein nützlicher Kontext für Einordnung und Auffindbarkeit. Sie bilden Fähigkeiten aber nur unvollständig ab.

Was gilt für Führungskräfte?

Führungskräfte sollten Führungskompetenzen konkret machen: welche Verantwortung, welche Entscheidungen, welche Wirkung.

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Freddy Hüsser, Berater für Führungskommunikation in Zürich

Freddy Hüsser

Berater für Führungskommunikation · Zürich, Schweiz

Freddy Hüsser begleitet Führungspersönlichkeiten dabei, ihre Kommunikation bewusst zu gestalten – ruhig, glaubwürdig und ohne Lärm. Er unterrichtet an mehreren Schweizer Hochschulen, ist Autor des LinkedIn-Ratgebers für NZZ Jobs und arbeitet seit 2016 mit über 400 Kundinnen und Kunden zusammen. ohnelaerm.ch