Das Wichtigste in Kürze
- Eine gute Direktnachricht beginnt mit echter Relevanz vor dem Schreiben.
- Der Posteingang ist ein persönlicher Raum; deshalb sind Kontext und Respekt besonders wichtig.
- Gutes Active Sourcing beginnt vor der Nachricht mit einer glaubwürdigen Arbeitgeberpräsenz.
Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Direktnachricht?
Die meisten LinkedIn-Direktnachrichten, die als störend empfunden werden, teilen ein Merkmal: Sie beginnen mit dem Absender, nicht mit der Empfängerin oder dem Empfänger. Generische Einleitungen wie "Ich bin auf Ihr Profil gestossen und fand es interessant" liefern keinen echten Anlass und keinen nachvollziehbaren Bezug. Sie sind Templates, die sich wie Templates anfühlen.
Eine gute Direktnachricht beginnt mit echter Relevanz: Was hat diese Person veröffentlicht, entschieden oder verändert, das einen konkreten Anlass liefert? Dieser Anlass muss nicht ausserordentlich sein, aber er muss spezifisch sein. Allgemeinheit signalisiert, dass die Nachricht auch an hundert andere hätte gehen können.
«Eine gute Direktnachricht beginnt mit echter Relevanz vor dem Schreiben.»
— Freddy Hüsser
Was bedeutet das konkret?
Der Posteingang auf LinkedIn ist ein persönlicher Raum. Wer ihn betritt, sollte sich verhalten wie jemand, der an die Tür klopft – nicht wie jemand, der einen Werbewurf in den Briefkasten wirft. Das bedeutet: kurz vorstellen, echten Anlass nennen, klarmachen was man möchte, und respektieren, dass die Antwort optional ist.
Im Active Sourcing gilt das noch stärker. Kandidatinnen und Kandidaten, die nicht aktiv suchen, sind in einer komfortablen Position. Sie antworten nicht aus Pflicht, sondern aus Interesse. Dieses Interesse entsteht nicht durch die Nachricht allein, sondern durch das, was dahintersteht: das Absenderprofil, das Unternehmen, das Bild, das sich die Person vor dem Antworten macht.
«Der Posteingang ist ein persönlicher Raum; deshalb sind Kontext und Respekt besonders wichtig.»
— Freddy Hüsser
Wie lässt sich das umsetzen?
Eine konkrete Struktur für eine erste Direktnachricht: Konkreter Anlass (was hat die Person getan, gesagt, veröffentlicht?), eigene Identifikation (wer ist man, kurz), eigentlicher Inhalt der Anfrage (was will man?), kleiner nächster Schritt (einen Anruf, ein kurzes Gespräch, eine Antwort auf eine konkrete Frage).
Nachfassen ist einmal möglich – mit einem echten neuen Anlass. Automatisierung ist nach LinkedIn-Nutzungsbedingungen nicht erlaubt und meist sofort erkennbar. Gutes Active Sourcing beginnt ausserdem vor der Nachricht: mit einem glaubwürdigen eigenen Profil und einer erkennbaren Arbeitgeberpräsenz, die der Empfängerin oder dem Empfänger Vertrauen gibt.
Grundsatz: Bevor du schreibst: Hätte diese Nachricht einen echten Anlass? Würde ich sie selbst beantworten, wenn ich sie erhielte?
Weiterführend: Was ist Inbound Recruiting?, Was Bewerbende recherchieren, Employer Branding auf LinkedIn.
Häufige Fragen
Was gehört in eine erste Nachricht?
Ein konkreter Anlass, ein nachvollziehbarer Bezug zur Person, der eigentliche Inhalt der Anfrage und ein kleiner, klarer nächster Schritt.
Wie lang sollte sie sein?
So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Eine erste Nachricht sollte in wenigen Sekunden gelesen werden können.
Wie oft darf man nachfassen?
Einmal, mit einem echten neuen Anlass. Mehrfaches Nachfassen ohne Inhalt wirkt aufdringlich.
Ist Automatisierung erlaubt?
LinkedIn verbietet Automatisierung in den Nutzungsbedingungen. Ausserdem ist der Qualitätsverlust durch Automatisierung meist deutlich.
Warum zählt das Absenderprofil?
Die Empfängerin oder der Empfänger schaut das Profil an, bevor sie antworten. Ein leeres oder unklares Profil mindert die Antwortquote.
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